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Rhein-Pegel-Ruhrort

Giftunfall im Duisburger Norden
Geschrieben von: Administrator   
Während im Duisburger Süden das normale Leben statt fand, durchlebten die Bürger im Stadtteil Duisburg – Marxloh am Mittwoch, dem 09. April 2008, Gefühle der Angst. Was war geschehen? Auf dem Gelände einer Chemie-Fabrik entstand beim Umfüllen von Schwefelsäure ein Leck, dass nicht sofort geschlossen werden konnte, so dass sich das Gas ausbreiten konnte.
Wie jeden Mittwoch waren einige Helfer des THW-Ortsverbands Duisburg in der Unterkunft und waren damit beschäftigt, Geräte und Fahrzeuge zu pflegen und warten. Plötzlich ertönte ein Martinshorn, dann noch eins und noch ein weiteres – das DRK Duisburg, welches auch auf der Liegenschaft des THW seine Unterkunft hat, fuhr mit mehreren Fahrzeugen rasant vom Hof. Noch bevor man nachfragen konnte, was denn wohl geschehen sei, erhielten die Helfer die Antwort über ihre „Pieper“ – MANV-Alarm (MassenANfall von Verletzten).

Umgehend wurde ein Voll-Alarm für die Bergungsgruppen und die Fachgruppe Elektro ausgelöst.
Ein Vorausfahrzeug fuhr umgehend vom Hof, um sich ein Bild der Lage zu machen und um die Helfer anschließend vor Ort einweisen zu können. Der Löschzug 410 der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg war schon damit beschäftigt den Behandlungsplatz MANV aufzubauen, als dieses Fahrzeug an der Rhein-Ruhr-Halle eintraf. Dort richtete die Feuerwehr Duisburg nicht nur den Behandlungsplatz ein, der vom THW Duisburg mit Strom versorgt und ausgeleuchtet wird, sondern auch die Einsatzleitung und einen Bereitstellungsraum für alle Einsatzkräfte. Die Halle selbst diente vorerst als Aufenthaltsraum für die evakuierten Bürger.

Kurze Zeit später trafen die restlichen Helfer an der Einsatzstelle ein, so dass der Behandlungsplatz schnell mit Strom versorgt werden konnte. Neben der „Zeltstadt“ wurde auch der Bereitstellungsraum beleuchtet. Um 23:00 Uhr, also sechs Stunden nach Einsatzbeginn, wurde ein Großteil der Helfer ausgetauscht, was durch einen Bus der Duisburger Verkehrsgesellschaft unterstützt wurde. Nachdem das Leck abgedichtet war und die meisten Wohnungen wieder frei gegeben worden sind, konnte gegen 0:30 Uhr mit dem Abbau des Behandlungsplatzes begonnen werden. Das THW Duisburg rückte gegen 04:00 Uhr wieder in die Unterkunft ein und meldete sich bei der Feuerwehr eine Stunde später wieder einsatzbereit ab.

Insgesamt waren 62 Helfer des Duisburger THW, sowie 8 Fahrzeuge, ein 50 KVA- Aggregat und die Netzersatzanlage mit 200 KVA im Einsatz.